Stichspiel für 4-7 Personen ab 10 Jahren mit einer Spieldauer von 10 Minuten.
Mit „Zoff im Zoo“ kehrt ein Klassiker auf den Spieltisch zurück. Das beliebte Kartenspiel von Doris und Frank, ursprünglich 1999 erschienen, erlebt bei HeidelBÄR Games eine liebevoll überarbeitete Neuauflage.
Der Verlag HeidelBÄR Games steht seit Jahren für originelle, charmant gestaltete Spiele, die irgendwo zwischen Familien- und Kennerspiel ihren Platz finden. Aus dem einstigen Heidelberger Spieleverlag hervorgegangen, hat sich das Team um die „Bären“ mit einem Gespür für besondere Ideen und kreative Spielmechaniken einen Namen gemacht. Titel wie „Zoff im Zoo“ zeigen dabei, worin HeidelBÄR besonders stark ist: humorvolle Themen, frisches Design und Regelvarianten, die das Spiel immer wieder neu erlebbar machen. Neben Eigenentwicklungen lokalisiert HeidelBÄR Games Spiele von Czech Games Edition, Horrible Guild, Studio Supernova und Pentagon Games.
Ein weiteres Kartenspiel des HeidelBÄR Games Verlags durfte ich für das Spielecafé der Generationen testen. Den Spielbericht findet ihr hier. Mein Fazit damals war jedenfalls ein sehr gutes.
Meinen Nerv hat „Tails on Fire“ nach einigen holprigen Spielrunden getroffen. Da qualmt der Kopf schon mal über der optimalen Strategie. Wenn ein über mehrere Runden geplanter Zug dann geschmeidig durchläuft und die Feuer auf den eigenen Stapel kommen, verspricht das Spiel einen enormen Belohnungseffekt und hohen Wiederspielreiz. Genauso groß ist der Frust, wenn in der letzten Runde alle Feuer von einem anderen gewitzten Opossum geklaut werden. Greift zu, wenn ihr ein außergewöhnliches, strategisches Kartenspiel sucht. Gebt „Tails on Fire“ auf jeden Fall ein paar Spielrunden, um richtig warm zu laufen. Sind die Spielregeln bekannt, lässt sich „Tails on Fire“ schnell und flüssig spielen.
Fazit aus dem Spielbericht beim Spielecafé der Generationen vom 22.08.2023
| Verlag | HeidelBÄR Games |
| Autor | Frank Nestel |
| Spielzeit | 10 Minuten |
| Altersangabe | ab 10 Jahren |
| Anzahl Spielende | 4-7 Personen |
| Illustrationen | Doris Matthäus |
| BGG-Weight | 1,52 |
Spielmaterial
- 60 Tierkarten
- 12 Punktekarten
- 7 Teamkarten
- 2 Übersichtskarten fürs Teamspiel
Worum geht’s in Zoff im Zoo?
In „Zoff im Zoo“ geht alles drunter und drüber. Statt wie üblicherweise Karten mit Zahlen auszuspielen werden hier Tiere ausgespielt. Tiere stechen andere Tiere. Welche Tiere das genau sind, das erkennt ihr auf den Karten selbst. Eine Karte zeigt immer ein Tier und dem Tier überlegene Tiere.

Immer wenn ihr eure Karten ausspielt, dann sagt ihr deutlich an, um was es sich handelt. Zum Beispiel „Zwei Elefanten“. Gespielt wird im Uhrzeigersinn. In einem Zug ist eine der vier Aktionen möglich:
- Anspielen
- Spielen
- Passen
- Einsammeln & Anspielen
Angespielt wird immer dann, wenn sich kein Tier in der Tischmitte befindet. Liegen dort schon Tiere in der Tischmitte kann entweder die gleiche Tierart mit einer Karte mehr als schon da liegen gespielt werden oder eine überlegene Tierart mit der gleichen Anzahl. Wollt ihr nichts ausspielen, dann könnt ihr passen. Eingesammelt wird dann, wenn alle in der Runde gepasst haben und die Tiere vor der Person liegen, die sie ausgespielt hat. Anschließend wird eine neue Tierkarte angespielt.
Neben den ganz „normalen“ Tierchen begegnen euch noch die sogenannten „Mimics“. Dazu gehört das Chamäleon, das zusammen mit jeder anderen Tierart gespielt werden kann. Es wandelt sich dann praktischerweise um. Ein anderes „Mimic“ ist die Mücke. Mit der Mücke könnt ihr sprichwortgemäß aus einer Mücke einen Elefanten machen

Spielgefühl
Die Tatsache, dass ich so schnell wie möglich meine Handkarten loswerden will, erzeugt ein bisschen Stress im positiven Sinne. Im Wesentlichen unterscheidet sich „Zoff im Zoo“ von einem üblichen Stichspiel durch das Übertrumpfen mit überlegenen Tierarten.
Was „Zoff im Zoo“ auszeichnet, ist die hohe Interaktion am Tisch. Kaum eine ausgespielte Karte bleibt lange liegen, ohne dass jemand versucht, sie zu überbieten oder taktisch auszubremsen.
Ständig beobachtet man die Mitspielenden: Wer hat noch viele Karten? Wer sammelt gerade auffällig viele Tiere ein? Dadurch entsteht eine schöne Kombination aus Risiko und Zurückhaltung. Ich muss mich immer entscheiden, ob ich jetzt direkt Karten loswerde oder starke Tierarten zurückhalte.
Typisch für „Zoff im Zoo“ sind auch die kleinen Schadenfreude-Momente: Wenn jemand sicher glaubt, den Stich zu gewinnen, und dann doch noch von einer überlegenen Tierart oder einem geschickt eingesetzten Mimic ausgestochen wird, sorgt das regelmäßig für leises und lauteres Knurren.
2-3 Personen Variante
In der Variante „Hilfe aus der Wildnis“ für „Zoff im Zoo“ kommen auch kleinere Spielrunden auf ihre Kosten. Denn manchmal sitzt man nur zu zweit oder zu dritt am Tisch. Diese Version wurde eigens von Roland und Simon Goslar für solche Runden entwickelt und bringt eine Dynamik ins Spiel, die an das Teamspiel erinnert, aber ohne feste Teams auskommt.
Das Herzstück der Variante sind die sogenannten Wildtier-Stapel. Sie liegen in der Tischmitte und stehen allen gleichermaßen zur Verfügung. Man kann sie sowohl beim Anspielen als auch beim Ausspielen überlegener Tiere nutzen.
Je nach Personenanzahl variiert der Aufbau leicht: Zu dritt gibt es vier Wildtier-Stapel, zu zweit sogar sechs. Außerdem werden bei zwei Personen einige Tierkarten aussortiert, damit das Spiel ausgewogen bleibt. In jeder Runde mischt der Geber die Karten neu, legt die Stapel aus und verteilt zwölf Handkarten an jeden Spieler.
Der Ablauf bleibt vertraut: Reihum wird gespielt, bis nur noch eine Person Karten auf der Hand hat. Neu ist, dass man beim Ausspielen nicht nur eigene Handkarten, sondern auch offenliegende Wildtierkarten kombinieren darf. Nach jedem Zug werden neue Karten der Wildtier-Stapel aufgedeckt, sodass sich das Spielfeld ständig verändert.
Gewertet wird wie im Teamspiel: Löwen und Igel bringen Punkte, und wer am Ende einer Runde am meisten davon gesammelt hat, gewinnt. Bei Gleichstand entscheidet die höhere Punktekarte. Danach wird weitergespielt, bis jemand 19 Punkte erreicht oder eine festgelegte Rundenzahl vorbei ist.
Turniervariante
In der Turniervariante „Franks Zoomeisterschaft“ zu „Zoff im Zoo“ geht es um den langen Atem. Hier wird nicht nur eine Runde gespielt, sondern über mehrere Partien hinweg um Punkte gekämpft. Ziel ist es, zuerst mindestens 19 Punkte zu erreichen oder alternativ am Ende über die meisten Punkte zu verfügen.
Gestartet wird mit einem ganz normalen Einzelspiel. Ab der zweiten Runde wird dann im Teammodus gespielt, wobei sich die Teams und Ränge aus den addierten Punkteständen aller bisherigen Runden ergeben. So kann sich das Kräfteverhältnis von Partie zu Partie verschieben.
Bei Gleichstand zählt die bisherige Platzierung: Wer zuvor schlechter war, bekommt jetzt den besseren Rang. Eine kleine Belohnung für Aufholer.
Diese Variante macht „Zoff im Zoo“ zu einem kleinen Turnierabend, bei dem sich Taktik, Teamgeist und eine Prise Glück über mehrere Runden hinweg auszahlen müssen.
Fazit
„Zoff im Zoo“ ist ein schnelles Kartenspiel mit einem kleinen Ärgerfaktor. Besonders spannend ist das Teamspiel. Ausgeglichen Spielen lässt es sich am besten mit einer geraden Personenzahl ab 4 Personen. Bei einer ungeraden Zahl spielt eine Person als Einzelmücke alleine. Die Teamzuordnung ändert sich allerdings jede Runde, daher ist das nicht weiter schlimm.
Immer wieder muss ich genau überlegen, ob es Sinn macht so schnell wie möglich die Karten loszuwerden oder doch noch auf punktträchtige Tiere zu warten.
„Zoff im Zoo“ kam in allen Runden gut an und kann auch von motivierten Kindern unter 10 Jahren gespielt werden. Probiert das einfach mit euren Kindern aus.
Ich hätte gerne etwas festere Karten gehabt, wohingegen meine anderen Mitspielenden mit der Qualität der Karten zufrieden waren. Gerade für kleinere Hände sind nicht so schwere Karten auf jeden Fall besser zu handhaben.
Ich freue mich, dass ihr meinen Beitrag gelesen habt und möchte euch motivieren mir gerne Rückmeldung zu geben. Mögt ihr schnelle Kartenspiele? Schreibt mir gerne über das Kontaktformular.
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Das Spiel „Zoff im Zoo“ wurde mir vom Verlag HeidelBÄR Games als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.
Links
Hier findet ihr zur Seite des Verlags HeidelBÄR Games.
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