Kartenspiel für 2 Personen ab 10 Jahren mit einer Spieldauer von 20 Minuten.
Mit „Naishi“ erwartet euch ein taktisches Kartenduell, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt. Im feudalen Japan baut ihr eure eigene Provinz auf und versucht, die Karten möglichst gewinnbringend anzuordnen. Die Positionen der Karten darf weder in der Auslage noch auf der Hand verändert werden. Gerade dieser ungewöhnliche Kniff macht jede Entscheidung bedeutsam und sorgt für spannende Grübeleien bis zum Schluss.
Board Game Circus sitzt in Bad Krozingen wurde 2014 als Übersetzungsstudio gegründet und hat sich inzwischen zu einem Verlag gemausert, der Brett- und Kartenspiele veröffentlicht. Das tun sie sehr erfolgreich. Denn auch dem aktuellen Kennerspiel des Jahres „Endeavour Die Tiefsee“ haben sie mitgemischt. „Naishi“ fiel mir schon vor längerer Zeit ins Auge und deshalb freue ich mich, dass ich euch das Spiel heute vorstellen darf.
| Verlag | Board Game Circus |
| Autor | Mathieu Bierei, Alex Fortineau |
| Spielzeit | 20 Minuten |
| Altersangabe | ab 10 Jahren |
| Anzahl Spielende | 2 Personen |
| Grafik | Marine Losekoot |
| BGG-Weight | 2,12 |


Quelle: Board Game Circus
Spielablauf
Zu Beginn erhält jede Person eine Auslage aus fünf Bergkarten sowie eine Hand aus fünf Karten. Die Positionen der Karten auf der Hand und in der Auslage sind dabei von entscheidender Bedeutung, denn sie dürfen während des Spiels grundsätzlich nicht verändert werden. Ziel ist es, die eigene Provinz durch geschicktes Austauschen von Karten so aufzubauen, dass am Spielende möglichst viele Punkte erzielt werden.

Wer am Zug ist, wählt genau eine von vier möglichen Aktionen. Die wichtigste Aktion ist „Karte nehmen“. Dabei wird eine Karte aus der eigenen Hand oder Auslage abgeworfen und durch die offene Karte desselben Marktstapels ersetzt. Die neue Karte kommt genau auf den frei gewordenen Platz. Dadurch entsteht ein ständiger Optimierungsprozess, bei dem nicht nur die Karte selbst, sondern auch ihre Position berücksichtigt werden muss.
Vor oder nach dieser Aktion kann zusätzlich ein Gesandter eingesetzt werden, um eine Bonusaktion auszuführen. Damit lassen sich Karten auf dem Markt austauschen, Marktkarten erneuern oder Karten innerhalb der eigenen Provinz umsortieren. Die Anzahl der verfügbaren Gesandten ist jedoch begrenzt, weshalb ihr ihren Einsatz sorgfältig planen müsst.
Alternativ kann einmal pro Partie ein Dekret erlassen werden. Dabei wird ein Gesandter dauerhaft auf dem Kaiserhof platziert, um eine Karte mit dem Gegenüber auszutauschen. Außerdem können bereits eingesetzte Gesandte zurückgenommen werden, um sie später erneut zu verwenden.
Sobald mindestens ein Marktstapel leer ist, kann eine Person das Spielende auslösen. Das Gegenüber erhält dann noch einen letzten Zug, bevor die Partie endet. Anschließend werden die Handkarten unter die Auslage gelegt, sodass ein Raster aus zwei Reihen und fünf Spalten entsteht. Nun werden alle Karten gemäß ihren individuellen Wertungsbedingungen ausgewertet. Wer am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt die Partie.
Fazit
Achtung: Bitte nicht mischen! Genau darin liegt einer der besonderen Kniffe von „Naishi“. Der taktisch anspruchsvolle Tableau-Builder kombiniert eine offene Auslage mit verdeckten Handkarten, deren Reihenfolge während der gesamten Partie nicht verändert werden darf. Am Spielende bilden beide Bereiche gemeinsam das Raster, das gewertet wird. Hat man dieses zentrale Prinzip einmal verstanden, erschließt sich der Spielablauf sehr schnell.
Auch die verschiedenen Kartenbedingungen sind übersichtlich gestaltet und direkt auf den Karten dargestellt. Nach ein bis zwei Partien blieben bei uns keine Fragen mehr offen. Dadurch kann man sich schnell auf das eigentliche Herzstück des Spiels konzentrieren: die optimale Planung der eigenen Auslage.
Direkte Interaktion zwischen den Spielenden gibt es nur in begrenztem Umfang. Der größte Ärgerfaktor entsteht durch das Dekret, das einmal pro Partie den Austausch einer Karte mit dem Gegenüber erlaubt. Besonders wichtig ist dabei zu wissen, dass der eingesetzte Gesandte anschließend dauerhaft gebunden bleibt und nicht mehr ins Spiel zurückkehrt. Der richtige Zeitpunkt für diese Aktion ist daher entscheidend.
In meinen ersten Partien hatte ich diesen Umstand nicht ausreichend auf dem Schirm und war entsprechend überrascht, als mir plötzlich eine wichtige Karte geklaut wurde. Gleichzeitig zeigt sich hier eine der spannenden Ebenen des Spiels: Es lohnt sich stets, die Auslage des Gegenübers im Blick zu behalten. Wer erkennt, welche Kombinationen gesammelt werden und welche Strategie verfolgt wird, kann gezielt wichtige Karten vom Markt wegschnappen und gegnerische Pläne durchkreuzen.
„Naishi“ ist ein ruhiges, aber dennoch anspruchsvolles Taktikspiel, das viel Raum für strategische Optimierung bietet. Wer Freude daran hat, Kartenkombinationen zu planen, Wahrscheinlichkeiten abzuwägen und langfristig zu denken, sollte diesem Titel definitiv eine Chance geben.
Ich freue mich, dass ihr meinen Beitrag gelesen habt und möchte euch motivieren mir gerne Rückmeldung zu geben. Spielt ihr gerne Spiele mit Hand Management und Set Collection? Kennt ihr „Naishi“ schon? Schreibt mir gerne über das Kontaktformular.
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Das Spiel „Naishi“ wurde mir von Board Game Circus als vergünstigtes Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke dafür!

Links
Die Anleitung von „Naishi“ findet ihr im Downloadbereich von Board Game Circus.
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