Kartenspiel für 2-7 Personen ab 12 Jahren mit einer Spieldauer von 30-120 Minuten.
In „Dindex – Demokratie steht auf dem Spiel“ spielen wir in unterschiedlichen Rollen. Ihr wisst nicht, wer euch in euren Zielen unterstützt. Euer Ziel ist es die Stimmen der Wählerinnen und Wähler gewinnen und damit ins Kanzleramt einzuziehen. Als Demokraten versucht ihr Wählerstimmen zu gewinnen und eure Regierungsaufgaben zu lösen. Die Frage ist, wie weit ihr euch dafür dem Populismus beugen wollt. Welche Mittel sind euch recht? Oder habt ihr die Rolle des Oligarchen? Dann lasst euch nicht zu früh anmerken, dass ihr die Demokratie abschaffen wollt!
Der AdveRunde Spieleverlag ist ein kleiner Spieleverlag aus Hemer. „Dindex – Demokratie steht auf dem Spiel“ mit den etwas verplant drein schauenden Schäfchen ist das neue politische Kartenspiel zum Thema Populismus und Demokratie. „Dindex – Demokratie auf dem Spiel“ wurde über Crowdfunding bei Startnext auf den Weg gebracht und kann nun regulär beim Verlag bestellt werden.
| Verlag | AdveRunde Spieleverlag |
| Autor | Lars-Michael Stock |
| Spielzeit | 30-120 Minuten |
| Altersangabe | ab 12 Jahren |
| Anzahl Spielende | 2-7 Personen |
| Illustrationen | Anna Spies |
| BGG-Weight | 2,0 |
Spielmaterial
- Spielanleitung
- Kurzanleitung
- 4 Kurzübersichten
- Spielblock zum Eintragen der Spieler, ihrer Parteien, Wahlstimmen und Regierungspunkte
- 10 Rollenkarten (6 x Demokrat, 4 x Oligarch)
- 7 Parteikarten (mit jeweils 2 Kernkompetenzen)
- 6 Karten für die Regierungsämter (Kanzleramt, 5 Ministerien)
- 15 Regierungsaufgaben (3 Karten pro Ressort)
- 7 Zufallskarten
- 15 Dindex-Karten für den Demokratie-Index
- 50 Wählerkarten
- 100 Aktionskarten, davon
• 30 demokratisch
• 25 populistisch
• 20 extremistisch
• 15 rechtsfeindlich
• 10 oligarchisch
Worum geht’s in „Dindex“?
„Dindex“ ist ein satirisches Politik- und Social-Deduction-Spiel rund um Demokratie, Macht und Manipulation. Wir übernehmen die Rollen politischer Parteien, kämpfen um Wählerstimmen und bilden nach jeder Wahl eine Regierung, die Krisen bewältigen und Regierungspunkte sammeln muss.
Gleichzeitig können einzelne Parteien heimlich als Anti-Demokraten agieren und versuchen, den sogenannten Demokratieindex („Dindex“) zu senken, um das System in Richtung Diktatur zu treiben. Während die demokratischen Parteien genügend Regierungspunkte erreichen müssen, bevor der „Dindex“ auf null fällt, arbeiten Extremisten verdeckt daran, genau das zu verhindern.
Im Kern geht es also um Koalitionen, Verhandlungen, Misstrauen und die Frage: Wer kämpft wirklich für die Demokratie und wer verfolgt eigene, zerstörerische Ziele?
Spielgefühl
Das Spiel ist eine gelungene Auseinandersetzung mit Politik und Demokratie und kombiniert das Thema mit einem soliden Social-Deduction-Mechanismus. In unseren Partien hatten wir richtig viel Spaß, vor allem weil die Kartentexte sehr pointiert und humorvoll geschrieben sind. Wenn man sich ein wenig auf das Rollenspiel einlässt und wirklich in die Rolle des Parteivorsitzenden schlüpft, entfaltet das Spiel seinen besonderen Reiz. Gerade mit Jugendlichen braucht es dafür ein paar Runden.

Der Ablauf jeder Runde ist klar strukturiert: Zunächst werden die Stimmen gezählt, die stärkste Partei stellt den Kanzler und muss eine Koalition bilden um die absolute Mehrheit zu erreichen. Die so gebildete Regierung versucht anschließend, Probleme und Krisen abzuwenden. Danach spielt jede Partei eine geheime Aktionskarte. Für Oligarchen der perfekte Zeitpunkt um die Demokratie ins Wackeln zu bringen. Es folgen offene Aktionsrunden, in denen Wähler verschoben werden und der Demokratieindex beeinflusst wird, bevor eine Wahlkampfphase und mögliche Krisenfolgen eintreten.
Die Aktionskarten sind das Herzstück von „Dindex“, denn über sie greifen die Parteien aktiv ins politische Geschehen ein. Es gibt offene und geheime Aktionskarten: Während die offenen Karten vor allem dazu dienen, Wähler zu gewinnen oder anderen Parteien Stimmen zu stehlen und den Demokratieindex zu beeinflussen, sorgen die geheimen Aktionskarten für den eigentlichen Nervenkitzel. Hier können insbesondere Anti-Demokraten im Verborgenen agieren und gezielt daran arbeiten, die Demokratie zu destabilisieren, ohne sofort enttarnt zu werden. Um die Aktionskarten ausspielen zu können, muss der passende „Dindex“ vorliegen und gleichzeitig die auf der Karte angegeben Voraussetzungen erfüllt sein.

Ziel der Demokraten ist es, eine bestimmte Anzahl an Regierungspunkten (RP) zu erreichen, bevor der „Dindex“ auf null fällt. Sinkt dieser, werden extremere Karten spielbar, was die Lage zusätzlich verschärft. Sinkt der „Dindex“ endgültig auf 0, dürfen sich die Oligarchen freuen. Sie entscheiden damit diese Runde „Dindex“ für sich.
Die Spieldauer von „Dindex“ lässt sich recht flexibel anpassen. Bereits bei der Vorbereitung kann festgelegt werden, mit welchem Stand des Demokratieindex (Dindex) gestartet wird: Beginnt man im „Demokratischen Konsens“, dauert die Partie in der Regel deutlich länger, während ein Start im „Extremismus“ das Spiel spürbar verkürzt und schneller eskalieren lässt.
Auch die benötigte Anzahl an Regierungspunkten (RP), die für einen demokratischen Sieg erreicht werden muss, beeinflusst die Länge erheblich. Niedrigere Zielwerte sorgen für ein kompakteres Spiel, während höhere Punktevorgaben die Verhandlungen und Machtkämpfe über mehrere Legislaturperioden strecken.
Zusätzlich wirkt sich natürlich die Spieleranzahl aus: Mehr Parteien bedeuten mehr Diskussionen, längere Koalitionsverhandlungen und damit automatisch mehr Spielzeit. So kann jede Runde je nach gewünschter Intensität eher als kurzer politischer Schlagabtausch oder als ausgedehnte, dramatische Demokratie-Simulation angelegt werden.
Fazit
Leider können wir es gerade in Echtzeit erleben, was Populismus und Extremismus mit unserer Demokratie macht. Umso wichtiger sind und werden Spiele wie „Dindex – Demokratie auf dem Spiel“ um die Auswirkungen von Wahlstrategien in einem geschützten Raum auszuprobieren. Das macht das Dilemma begreiflich.
Spiele wie „Dindex – Demokratie auf dem Spiel“ gehen über die klassische Bildung hinaus. Statt ausschließlich auf die Tafel zu starren wird hier Demokratie und Entscheidungsmacht sichtbar und erlebbar gemacht. Der ausführliche Einstieg lohnt sich. Ein paar Runden gespielt läuft „Dindex“ sehr fluffig, wenn auch nicht ohne Ärgernis. Die Spieldauer lässt sich wie beschrieben sehr gut anpassen. Im 2 Personen Spiel fällt der Social Deduction Aspekt weg, da von vorne herein klar ist, dass es einen Demokraten und einen Oligarchen im Spiel gibt. Da ich den Social Deduction Aspekt sehr gerne mag, spiele ich lieber zu dritt oder mehr.
Es wird deutlich: Die Demokrat*innen müssen ständig wachsam bleiben. Nicht nur gegenüber den offensichtlichen Angriffen, sondern auch gegen versteckte Manipulationen. Die Fragilität der Demokratie muss uns bewusst sein, damit wir uns für sie einsetzen. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit und schon gar kein Selbstläufer. So wird deutlich wie schnell der Dindex (Demokratie-Index) sinken kann.
„Dindex – Demokratie auf dem Spiel“ gelingt das Kunststück dieses politische Tauziehen spielerisch zu simulieren. In diesem Spiel darf politisch auch einmal an die Grenzen gegangen werden um zu erleben, wann die Demokratie kippt. Doch bitte nicht im Wahlbüro!
Frei nach dem Eid der Nachtwache: „Wir sind der Schild, der die Demokratie schützt!“
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Das Spiel „Dindex – Demokratie steht auf dem Spiel“ wurde mir vom AdveRunde Spieleverlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
Links
Hier könnt ihr euch die Startnext-Kampagne anschauen.
Zur passenden Seite des Verlags findet ihr hier.
Ein weiteres Spiel zur politischen Bildung ist „Friedrich Ebert – Der Weg zur Demokratie“. Den passenden Beitrag hier auf dem Blog findet ihr hier.
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