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ORAPA (2025)
Schallwellen auf Schatzsuche

ORAPA
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Lesedauer 4 Minuten

Deduktionsspiel für 2 Personen ab 8 Jahren mit einer Spieldauer von 20-30 Minuten.

In „ORAPA“ reisen wir in das größte Diamantensperrgebiet der Welt und schlüpfen in die Rolle rivalisierender Wissenschaftler*innen. Mit Hilfe von Ultraschallwellen versuchen wir, die verborgenen Edelsteine im Minenfeld unseres Gegenübers zu lokalisieren. Doch die Signale werden reflektiert, umgelenkt und farblich verändert. Nur wer logisch kombiniert und präzise analysiert kann die exakten Positionen und Farben der Steine entschlüsseln.

Der Verlag Nice Game Publishing ist mir bereits bei einem meiner Lieblingsspiele „Slay the Spire“ über den Wege gelaufen. Nice Game Publishing sitzt in Bonn und wurde 2016 gegründet. Der Verlag entwickelt eigene Spiele und ist auch auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter aktiv. Ein Bereich ist die Lokalisation für den deutschsprachigen Raum und hier kommt „ORAPA“ ins Spiel. Das Deduktionsspiel für 2 Personen stammt ursprünglich von Playte, einem südkoreanischen Verlag, und wurde von Nice Game Publishing lokalisiert.

VerlagNice Game Publishing
AutorJunghee Choi
Spielzeit20-30 Minuten
Altersangabeab 8 Jahren
Anzahl Spielende2 Personen
IllustrationenWanjin Gill
BGG-Weight1,92

Spielmaterial

  • 2 Minentableaus
  • 2 Sichtschirme
  • 2 Sätze Edelsteine
  • Forschungsbogen

Worum geht’s in ORAPA?

In „ORAPA“ schlüpfe ich in die Rolle einer Wissenschaftlerin, der im größten Diamantensperrgebiet der Welt nach verborgenen Edelsteinen sucht. Mein Ziel ist es, das Minenfeld meines Gegenübers vollständig zu entschlüsseln. Also herauszufinden, welche Edelsteine wo liegen. Gleichzeitig versucht meine mir gegenübersitzende Person natürlich dasselbe bei mir.

Zu Beginn baue ich hinter meinem Sichtschirm mein eigenes Minentableau auf. Nach klaren Vorgaben platziere ich die Edelsteine auf dem Raster: exakt an den Linien ausgerichtet, ohne dass sie sich Kante an Kante berühren, und so, dass sie grundsätzlich von einer Schallwelle erreicht werden können. In der Basisversion nutze ich fünf Edelsteine, einen roten, einen gelben, einen blauen und zwei weiße.

Im Spiel sende ich Ultraschallwellen in das verdeckte Raster meines Gegenübers. Dafür wähle ich eine Zeile oder Spalte, von der aus ich die Welle ins Feld schicke. Die andere Person verfolgt hinter dem Sichtschirm versteckt dem Weg der Schallwelle: Die Welle bewegt sich geradeaus, wird an Edelsteinen reflektiert oder abgelenkt und verlässt das Raster schließlich an einer bestimmten Stelle oder wird in einer späteren Variante sogar vollständig absorbiert. Anschließend erfahre ich, wo sie das Feld wieder verlassen hat und in welcher Farbe.

Die Farbe ist dabei mein wichtigster Hinweis. Trifft die Welle auf einen roten Edelstein, wird sie rot, bei Gelb gelb, bei Blau blau und bei Weiß weiß. Trifft sie mehrere Edelsteine, mischen sich die Farben. So kann aus Blau und Gelb Grün entstehen oder aus Rot, Blau und Gelb Schwarz. Dabei zählt jede Farbe nur einmal, selbst wenn sie mehrfach getroffen wird. In erweiterten Partien kommt zusätzlich ein transparenter Edelstein ins Spiel, der die Welle zwar reflektiert, ihre Farbe aber nicht verändert, oder ein schwarzer Edelstein, der sie komplett absorbiert.

Alternativ kann ich statt einer Schallwelle auch einen direkten Scan durchführen und gezielt die Farbe eines einzelnen Feldes erfragen. Mit jeder Information fülle ich meinen Forschungsbogen und versuche, Schritt für Schritt das Muster meines Gegners zu rekonstruieren.

Sobald ich glaube, alle Edelsteine korrekt lokalisiert zu haben, wage ich einen Lösungsversuch. Liege ich richtig, gewinne ich sofort. Liege ich falsch, habe ich verloren.

Spielgefühl

„ORAPA“ fühlt sich für mich wie ein konzentriertes Denkduell an. Schon nach den ersten Schallwellen merke ich, wie sich mein Kopf einschaltet: Ich verfolge gedanklich mögliche Wege, drehe das Raster innerlich hin und her und versuche, aus Ein- und Austrittspunkt plus Farbinformation ein klares Bild zu formen. Jeder Scan ist spannend, weil er entweder eine Theorie bestätigt oder alles wieder in Frage stellt.

Besonders neu finde ich die Farbmischungen. Wenn eine Welle zum Beispiel grün zurückkommt, weiß ich sofort: Hier waren Blau und Gelb im Spiel. Aber wo genau? Und in welcher Reihenfolge? Sollte ich über meine Fragen die genaue Vorstellung der Lage und Farbe eines Edelsteins erlangen, ergibt sich für mich ein hoher Belohnungsfaktor.

Gleichzeitig entsteht eine angenehme Spannung zwischen Risiko und Geduld. Scanne ich weiter, um ganz sicherzugehen? Oder wage ich schon den Lösungsversuch? Denn gebe ich einen falschen Tipp ab, habe ich direkt verloren.

„ORAPA“ ist dabei kein lautes, hektisches Spiel. Es ist ruhig, analytisch und sehr fokussiert. Wer Freude an Logik, Deduktion und räumlichem Denken hat, erlebt hier ein intensives Kopf-an-Kopf-Rätsel. Ein thematisches Spiel ist „ORAPA“ nicht. Sollte dich demnach die Edelsteinsache nicht abholen, dann lass dich davon nicht weiter stören.

Fazit

„ORAPA“ verbindet Deduktion, räumliches Denken und clevere Farbmischung zu einem taktischen Duell, bei dem jede Frage neue Hinweise liefert und jeder Fehler die Niederlage bedeuten kann. Für mich als Fan von Deduktionsspielen ein „Must-have“ im Spieleschrank.

Ich freue mich, dass ihr meinen Beitrag gelesen habt und möchte euch motivieren mir gerne Rückmeldung zu geben. Mögt ihr Deduktionsspiele? Schreibt mir gerne über das Kontaktformular.

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Das Spiel „ORAPA“ ist selbstgekauft. Vielen Dank an Spieletastisch für die rasante Lieferung.

Links

Hier findet ihr die passende Seite des Verlags Nice Game Publishing.

Die Anleitung könnt ihr euch hier anschauen. (pdf)

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Inhaltsverzeichnis
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Legespiel für 1-2 Personen ab 10 Jahren mit einer Spieldauer von 10 Minuten.