Kartenspiel für 2-6 Personen ab 8 Jahren mit einer Spieldauer von 30 Minuten.
Bei „Allegra“ möchte ich am Ende möglichst wenige Punkte vor mir liegen haben. Dafür tausche ich Karten, decke verdeckte Werte auf und versuche, hohe Zahlen wieder loszuwerden. Klingt überschaubar. Allerdings teile ich einen Teil meiner Auslage mit meinen Nachbarn. Was ich dort verändere, betrifft auch sie. „Allegra“ basiert auf dem traditionellen Kartenspiel „Golf“. Wie sich die gemeinsamen Karten und das Klopfen am Tisch auf das Spiel auswirken, habe ich mir genauer angeschaut.
Spiele von HeidelBÄR Games kommen bei mir immer wieder gerne auf den Tisch. Auch den herzlichen Austausch mit dem Verlag schätze ich sehr. Diesmal hat mich „Allegra“ als Rezensionsexemplar erreicht. Weitere besprochene Spiele des Verlags findet ihr hier:
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| Verlag | HeidelBÄR Games |
| Autor | Bella Lucca |
| Spielzeit | 30 Minuten |
| Altersangabe | ab 8 Jahren |
| Anzahl Spielende | 2-6 Personen |
| Illustration | Drei-Hasen-Werkstatt |
| BGG-Weight | 1.50 |

Spielablauf
Zu Beginn bekomme ich zwölf Karten und lege sie verdeckt vor mir aus. Neun bilden mein eigenes 3×3-Raster. Die übrigen drei liegen als gemeinsame Spalte zwischen mir und meinem linken Nachbarn. Dazu kommt die gemeinsame Spalte auf meiner rechten Seite. Damit gehören insgesamt 15 Karten zu meiner Auslage. Zwei davon darf ich anfangs aufdecken.
Bin ich am Zug, nehme ich entweder die offene Karte vom Ablagestapel oder ziehe eine verdeckte Karte vom Nachziehstapel. Damit kann ich eine Karte meiner Auslage ersetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie bereits offen liegt oder noch verdeckt ist.
Eine Karte vom Nachziehstapel darf ich auch direkt abwerfen. Dann muss ich allerdings eine meiner verdeckten Karten aufdecken. So erfahre ich nach und nach, welche Werte vor mir liegen.
Drei gleiche offene Zahlen in einer Reihe oder Spalte darf ich abräumen. Das schafft Platz und senkt meine Punktzahl. Durch die entstandenen Lücken können sich außerdem neue Kombinationen ergeben.
Beim Ziehen vom Nachziehstapel kommen die anderen ins Spiel: Möchte jemand meine gezogene Karte haben, kann die Person auf den Tisch klopfen. Ich entscheide, ob ich darauf eingehe. Gebe ich die Karte ab, darf ich mir dafür eine Karte aus ihrer Auslage nehmen. Da lohnt sich ein genauer Blick, bevor ich ein Angebot annehme.
Hat jemand alle Karten aufgedeckt oder abgeräumt, wird das Ende eingeläutet. Nach einer letzten Runde zählen wir die verbliebenen Kartenwerte zusammen. Die niedrigste Punktzahl gewinnt.

Spielgefühl
Bei „Allegra“ schaue ich immer wieder auf meine verdeckten Karten und hoffe, dass darunter keine hohen Zahlen liegen. Gerade wenn ich mit meiner Auslage zufrieden bin, kann eine aufgedeckte Karte meinen Plan wieder durcheinanderbringen.
Ich versuche, passende Werte zu sammeln und Reihen abzuräumen. Was ich dafür bekomme, habe ich aber nur zum Teil in der Hand. Das Kartenglück spielt spürbar mit.
Gut gefällt mir, dass mein Blick regelmäßig zu den anderen wandert. Die gemeinsamen Spalten betreffen schließlich uns beide. Eine Veränderung dort kann mir helfen, meinem Nachbarn allerdings genauso. Dadurch bleibe ich auch zwischen meinen Zügen am Spiel beteiligt.
Das Klopfen bringt zusätzliche Bewegung in die Runde. Plötzlich möchte jemand genau die Karte haben, mit der ich selbst wenig anfangen kann. Bevor ich sie abgebe, schaue ich natürlich nach, was ich dafür bekommen könnte. Solche Tauschgeschäfte machen für mich einen guten Teil des Reizes aus. Ein bisschen Schadenfreude gehört gelegentlich dazu.
Dabei bleibt „Allegra“ angenehm locker. Ich kann meine Auslage beeinflussen, ohne lange über jeden Zug nachdenken zu müssen. Dass eine unerwartet hohe Karte meine Planung durchkreuzt, muss ich allerdings aushalten können.

Fazit
Mir gefällt an „Allegra“ besonders, wie die gemeinsamen Spalten und das Klopfen alle am Tisch einbeziehen. Ich beschäftige mich mit meiner Auslage, habe aber immer einen Grund, auch bei den anderen hinzuschauen. Je mehr Personen mitspielen, desto wilder wird geklopft. Dabei haben wir viel gelacht, gerade wenn sich jemand verklopft hat oder ein vermeintlich guter Zug ganz anders ausging als gedacht.
Das Klopfen hat eben seine Vor- und Nachteile. Ich kann mir eine passende Karte sichern, muss dafür aber die Auslagen gut im Blick behalten. Manchmal helfe ich dabei versehentlich jemand anderem, Karten abzuräumen. Das war dann natürlich überhaupt nicht so geplant und sorgt am Tisch für mehr Freude als bei mir.
Der Glücksanteil ist deutlich. Wer seine Züge gerne genau vorausplant, könnte sich daran stören. Für mich passt er zum lockeren Spielgefühl: Ich treffe Entscheidungen, probiere etwas aus und muss gelegentlich mit einer ungünstigen Karte weiterarbeiten. Zusammen mit dem gegenseitigen Reinfunken und den vielen Lachern macht das für mich den Reiz von „Allegra“ aus.
Auch in unseren generationenübergreifenden Runden hat „Allegra“ viel Spaß gemacht. Deshalb kommt es für mich gerne auf den Tisch, wenn Menschen mitspielen, die sonst eher selten zu Brett- oder Kartenspielen greifen. Das gemeinsame Klopfen und die Lacher über ungewollte Hilfestellungen haben bei uns alle zusammengebracht.
Kennt ihr „Allegra“ schon? Schreibt mir gerne über das Kontaktformular, wie es euch gefällt.
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„Allegra“ wurde mir von HeidelBÄR Games als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür.
Links
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